Allgemein
Fast 400 FCS-Freunde informieren sich bei Mitgliederversammlung
30.03.2009 19:42 von Christoph Heiser
391 Mitglieder des Fußball-Oberligisten 1. FC Saarbrücken waren am Montagabend in die Saarbrücker Saarlandhalle gekommen, um sich von FCS-Präsident Horst Hinschberger über den aktuellen Stand beim Fußball-Oberligisten aus der Landeshauptstadt informieren zu lassen.
Nach der Ehrung verdienter Mitglieder nutzte Hinschberger die Gelegenheit, in einem Rückblick auf die vergangene Saison noch einmal die Situation des Vereines aufzuarbeiten. Emotional, aber auch mit einer großen Portion Selbstkritik erklärte der Präsident, wie es letztlich zum Abstieg in die fünfte Liga kommen konnte. „Es wurden viele Fehler gemacht. Und ich persönlich übernehme dafür die volle Verantwortung“, erklärte er.
Man habe aus diesen Fehlern gelernt und werde künftig nur noch auf Menschen bauen, die ein blau-schwarzes Herz haben“, versprach Hinschberger. „Menschen wie unser Oberliga-Trainer Dieter Ferner sind ein Beispiel dafür.“ Unter lang anhaltendem Applaus sprach Hinschberger seinem Trainer auch für die Zukunft das Vertrauen aus.
Offenheit und Ehrlichkeit sowie ein fairer Umgang mit Mitarbeitern und Spielern sollen die Weichen für eine bessere sportliche und finanzielle Zukunft des 1. FC Saarbrücken stellen. Zudem werde der Aufbau eines Nachwuchs-Leistungszentrums auch die Jugend wieder stärker an den Verein binden. Schon heute sind beim 1. FC Saarbrücken mehr als 200 Kinder und Jugendliche in 12 Mannschaften organisiert.
„Wir dürfen aber auch nicht unsere Zuschauer und Fans vergessen. Sie sind die Stütze des Vereins“, erwähnte Hinschberger. „Die Unterstützer sind aber auch gefragt, wenn es mal nicht so rund läuft.“ Hier erwarte man künftig mehr Rückhalt für Verein und Spieler. „Wir bieten all denjenigen die Hand und erteilen allen Generalamnestie, die sich nach großen Enttäuschungen irgendwann einmal vom FCS zurückgezogen haben“, erklärte Hinschberger mit einem Augenzwinkern.
Natürlich spielte auch die Stadion-Situation eine Rolle bei der Mitgliederversammlung. Und FC-Präsident Hinschberger vertrat offensiv seine Meinung, dass Stadt und Land sich nicht länger davor drücken dürfen, sich für einen Stadion-Neubau zu entscheiden. Denn eine vorzeigbare Sportstätte sei auch ein Kulturgut und Aushängeschild für die ganze Region. „Wir brauchen das Stadion auch, um künftig finanzstarke Sponsoren anlocken zu können. In einem Ludwigspark, wie er sich heute zeigt, wird uns das nicht gelingen“, erklärte er mit Blick auf heute übliche Etatgrößen von mehr als vier Millionen Euro, die im Ligabetrieb einer 3. Liga völlig normal sind. „Ohne solche Summen braucht man erst gar nicht daran zu denken, jemals in einer solchen Liga spielen zu können.
Jetzt gehe es aber erst einmal darum, den Aufstieg in die Regionalliga zu schaffen. Dabei dürfe man nicht vergessen, den Menschen in der Region zu zeigen, dass der FCS ein ehrlicher Verein ist, der sich seiner Verantwortung durchaus bewusst ist.
Ins Detail ging Vize-Präsident Harald Ebertz bei seinem Bericht über den sportlichen Stand des Vereins. „Wir stehen unerwartet gut da, und das ist für Trainer und Spieler ein dickes Kompliment wert“, sagte er. Gebremster Optimismus sei da durchaus angebracht. Fußballerische aber auch charakterliche Fähigkeiten haben bei der Wahl der Mannschaft eine immense Rolle gespielt. „Und wir werden auch im Falle eines Aufstiegs auf diese neue Stärke des Mannschaftsgefüges setzen.“ Zudem werde man die 1. Mannschaft sehr eng mit der 2. Mannschaft verzahnen, die eine echte U23 werden solle. Auch hier gelte der Grundsatz der starken Identifikation mit dem Verein. „Das ist schon heute ein Grundstein für den derzeitigen Erfolg.“
Einen spannenden Ausblick in die Zukunft gab es von FCS-Schatzmeister Dieter Weller zu hören. „Wir mussten nach der letzten Saison finanziell kräftig abspecken“, eröffnete Weller seinen Vortrag und verdeutlichte, wie schwierig es war, die richtigen Prioritäten zu setzen. „Es war eine richtige Entscheidung, dass wir dabei auch auf die Frauen gesetzt haben. Sie haben sich mit dem Vizetitel im DFB-Pokal dafür auf eine ganz besondere Weise bedankt.“
Einen ausgeglichenen Etat attestierte Weller dem Verein. „Wir haben dabei im Vergleich zum Vorjahr runde 12 Prozent eingespart und auch auf der Kostenseite mit fast 50 Prozent Einsparungen einen wichtigen Schritt gemacht.“ Mehr sparen könne man nun aber einfach nicht mehr. Denn auch mit Blick auf eine mögliche kommende Regionalliga-Saison müsse man schon einen hohen Kostenaufwand rechnen. Weller verdeutlichte das mit einigen Durchschnittszahlen der aktuellen Regionalligen. Mehr als eine Million Euro Fehlkapital hat praktisch jeder Verein. Gerade einmal drei Millionen Euro Fernsehgeld an 32 Mannschaften verteilt, machen eine Summe von 91000 Euro. Werbegeld bringt 50 Prozent der Einnahmen aus und mit allen Einnahmen aus Eintrittsgeld und Zuschüssen machen einen Durchschnitt von 1,7 Millionen Euro. Eine solche Summe können wir nur aufbringen, wenn wir auch weiterhin mit unserem Hauptsponsor arbeiten dürfen.“
Auch in diesem Sinne sei der Neubau eines Stadions, in dem der 1. FC Saarbrücken der Mieter ist, ein nicht aufschiebbares Thema. „Die Politik muss sich unbedingt zum Saar-Fußball bekennen und die notwendige Infrastruktur schaffen. Wenn wir diese Unterstützung nicht haben, löscht die Politik dem Leuchtturm das Licht aus. Nur mit einem neuen Stadion hat der Fußball an der Saar eine Zukunft.“ Den ausschließlich über den Verkauf von Logen und sonstigen Sponsoren-Aktivitäten könne man beispielsweise die Millionen einnehmen, die man alleine dafür brauche, um auch nur an einen späteren Aufstieg in die 3. Liga denken zu dürfen.
Abseits vom Fußball feierte die Tischtennis-Abteilung des 1. FC Saarbrücken einen ganz besonderen Erfolg: „Wir haben den Aufstieg in die Bundesliga geschafft“, berichtete Abteilungsleiter Dr. Thomas Fox voller Stolz. „So etwas haben wir noch nie zuvor geschafft und wir freuen uns darauf, in der kommenden Saison im Oberhaus des deutschen Tischtennis mitzuspielen.“
„Wir haben sportlich gesehen eine wirklich gute Saison hinter uns“, brachte es Aufsichtsratsvorsitzender Reinhard Klimmt auf den Punkt. „Das erfüllt uns mit Stolz. Auch finanziell ist alles in Ordnung – allerdings trägt sich keine Abteilung selber. Zwei Drittel unseres Etats kommen von unserem Hauptsponsor – das schafft Abhängigkeiten“, stellte Klimmt fest. Ziel müsse es also auch sein, sich auch andere finanzielle Quellen zu eröffnen. „Man muss auch selbst ein wenig Geld einfahren.“ Ohne große Unternehmen, die die Finanzierung gewährleisten, ohne Menschen wie Hopp in Hoffenheim oder andere schier unerschöpfliche Quellen müsse ein Verein auch durch den Zusammenhalt in einer Region gestützt werden. „So wie das etwa in Rostock der Fall ist – das zeigt, dass es durchaus möglich ist. Auch bei uns muss das funktionieren können“, sagte der Aufsichtsratsvorsitzende.
Früher habe sich der Mittelstand in der saarländischen Fußballszene engagiert. Das reiche heute aber nicht mehr aus. Ohne ein anständiges Stadion sei nicht an ordentlichen Fußball zu denken. Die Reihenfolge erst fußballerisch Erfolg zu haben und dann ein Stadion zu bekommen sei nicht mehr machbar. „Umgekehrt wird heute ein Schuh daraus“, erklärte Reinhard Klimmt. Fußballerischer Erfolg sei auch ein Erfolgsfaktor für die Region. Habe man diese Investitionen nicht, falle das Land auch im allgemeinen Ansehen zurück.
Entlastet wurden von den Mitgliedern das Präsidium und der Vorstand. Dabei gab es bei Präsidium und Vorstand keine Gegenstimmen, und fünf (Präsidium) und sechs (Vorstand) Enthaltungen. Der Aufsichtsrat wurde mit 36 Gegenstimmen und fünf Enthaltungen ebenfalls entlastet. Ehrenmitglied wurde bei 14 Enthaltungen der ehemalige Leiter der Tischtennis-Abteilung Anton Schröder.
Nach der Ehrung verdienter Mitglieder nutzte Hinschberger die Gelegenheit, in einem Rückblick auf die vergangene Saison noch einmal die Situation des Vereines aufzuarbeiten. Emotional, aber auch mit einer großen Portion Selbstkritik erklärte der Präsident, wie es letztlich zum Abstieg in die fünfte Liga kommen konnte. „Es wurden viele Fehler gemacht. Und ich persönlich übernehme dafür die volle Verantwortung“, erklärte er.
Man habe aus diesen Fehlern gelernt und werde künftig nur noch auf Menschen bauen, die ein blau-schwarzes Herz haben“, versprach Hinschberger. „Menschen wie unser Oberliga-Trainer Dieter Ferner sind ein Beispiel dafür.“ Unter lang anhaltendem Applaus sprach Hinschberger seinem Trainer auch für die Zukunft das Vertrauen aus.
Offenheit und Ehrlichkeit sowie ein fairer Umgang mit Mitarbeitern und Spielern sollen die Weichen für eine bessere sportliche und finanzielle Zukunft des 1. FC Saarbrücken stellen. Zudem werde der Aufbau eines Nachwuchs-Leistungszentrums auch die Jugend wieder stärker an den Verein binden. Schon heute sind beim 1. FC Saarbrücken mehr als 200 Kinder und Jugendliche in 12 Mannschaften organisiert.
„Wir dürfen aber auch nicht unsere Zuschauer und Fans vergessen. Sie sind die Stütze des Vereins“, erwähnte Hinschberger. „Die Unterstützer sind aber auch gefragt, wenn es mal nicht so rund läuft.“ Hier erwarte man künftig mehr Rückhalt für Verein und Spieler. „Wir bieten all denjenigen die Hand und erteilen allen Generalamnestie, die sich nach großen Enttäuschungen irgendwann einmal vom FCS zurückgezogen haben“, erklärte Hinschberger mit einem Augenzwinkern.
Natürlich spielte auch die Stadion-Situation eine Rolle bei der Mitgliederversammlung. Und FC-Präsident Hinschberger vertrat offensiv seine Meinung, dass Stadt und Land sich nicht länger davor drücken dürfen, sich für einen Stadion-Neubau zu entscheiden. Denn eine vorzeigbare Sportstätte sei auch ein Kulturgut und Aushängeschild für die ganze Region. „Wir brauchen das Stadion auch, um künftig finanzstarke Sponsoren anlocken zu können. In einem Ludwigspark, wie er sich heute zeigt, wird uns das nicht gelingen“, erklärte er mit Blick auf heute übliche Etatgrößen von mehr als vier Millionen Euro, die im Ligabetrieb einer 3. Liga völlig normal sind. „Ohne solche Summen braucht man erst gar nicht daran zu denken, jemals in einer solchen Liga spielen zu können.
Jetzt gehe es aber erst einmal darum, den Aufstieg in die Regionalliga zu schaffen. Dabei dürfe man nicht vergessen, den Menschen in der Region zu zeigen, dass der FCS ein ehrlicher Verein ist, der sich seiner Verantwortung durchaus bewusst ist.
Ins Detail ging Vize-Präsident Harald Ebertz bei seinem Bericht über den sportlichen Stand des Vereins. „Wir stehen unerwartet gut da, und das ist für Trainer und Spieler ein dickes Kompliment wert“, sagte er. Gebremster Optimismus sei da durchaus angebracht. Fußballerische aber auch charakterliche Fähigkeiten haben bei der Wahl der Mannschaft eine immense Rolle gespielt. „Und wir werden auch im Falle eines Aufstiegs auf diese neue Stärke des Mannschaftsgefüges setzen.“ Zudem werde man die 1. Mannschaft sehr eng mit der 2. Mannschaft verzahnen, die eine echte U23 werden solle. Auch hier gelte der Grundsatz der starken Identifikation mit dem Verein. „Das ist schon heute ein Grundstein für den derzeitigen Erfolg.“
Einen spannenden Ausblick in die Zukunft gab es von FCS-Schatzmeister Dieter Weller zu hören. „Wir mussten nach der letzten Saison finanziell kräftig abspecken“, eröffnete Weller seinen Vortrag und verdeutlichte, wie schwierig es war, die richtigen Prioritäten zu setzen. „Es war eine richtige Entscheidung, dass wir dabei auch auf die Frauen gesetzt haben. Sie haben sich mit dem Vizetitel im DFB-Pokal dafür auf eine ganz besondere Weise bedankt.“
Einen ausgeglichenen Etat attestierte Weller dem Verein. „Wir haben dabei im Vergleich zum Vorjahr runde 12 Prozent eingespart und auch auf der Kostenseite mit fast 50 Prozent Einsparungen einen wichtigen Schritt gemacht.“ Mehr sparen könne man nun aber einfach nicht mehr. Denn auch mit Blick auf eine mögliche kommende Regionalliga-Saison müsse man schon einen hohen Kostenaufwand rechnen. Weller verdeutlichte das mit einigen Durchschnittszahlen der aktuellen Regionalligen. Mehr als eine Million Euro Fehlkapital hat praktisch jeder Verein. Gerade einmal drei Millionen Euro Fernsehgeld an 32 Mannschaften verteilt, machen eine Summe von 91000 Euro. Werbegeld bringt 50 Prozent der Einnahmen aus und mit allen Einnahmen aus Eintrittsgeld und Zuschüssen machen einen Durchschnitt von 1,7 Millionen Euro. Eine solche Summe können wir nur aufbringen, wenn wir auch weiterhin mit unserem Hauptsponsor arbeiten dürfen.“
Auch in diesem Sinne sei der Neubau eines Stadions, in dem der 1. FC Saarbrücken der Mieter ist, ein nicht aufschiebbares Thema. „Die Politik muss sich unbedingt zum Saar-Fußball bekennen und die notwendige Infrastruktur schaffen. Wenn wir diese Unterstützung nicht haben, löscht die Politik dem Leuchtturm das Licht aus. Nur mit einem neuen Stadion hat der Fußball an der Saar eine Zukunft.“ Den ausschließlich über den Verkauf von Logen und sonstigen Sponsoren-Aktivitäten könne man beispielsweise die Millionen einnehmen, die man alleine dafür brauche, um auch nur an einen späteren Aufstieg in die 3. Liga denken zu dürfen.
Abseits vom Fußball feierte die Tischtennis-Abteilung des 1. FC Saarbrücken einen ganz besonderen Erfolg: „Wir haben den Aufstieg in die Bundesliga geschafft“, berichtete Abteilungsleiter Dr. Thomas Fox voller Stolz. „So etwas haben wir noch nie zuvor geschafft und wir freuen uns darauf, in der kommenden Saison im Oberhaus des deutschen Tischtennis mitzuspielen.“
„Wir haben sportlich gesehen eine wirklich gute Saison hinter uns“, brachte es Aufsichtsratsvorsitzender Reinhard Klimmt auf den Punkt. „Das erfüllt uns mit Stolz. Auch finanziell ist alles in Ordnung – allerdings trägt sich keine Abteilung selber. Zwei Drittel unseres Etats kommen von unserem Hauptsponsor – das schafft Abhängigkeiten“, stellte Klimmt fest. Ziel müsse es also auch sein, sich auch andere finanzielle Quellen zu eröffnen. „Man muss auch selbst ein wenig Geld einfahren.“ Ohne große Unternehmen, die die Finanzierung gewährleisten, ohne Menschen wie Hopp in Hoffenheim oder andere schier unerschöpfliche Quellen müsse ein Verein auch durch den Zusammenhalt in einer Region gestützt werden. „So wie das etwa in Rostock der Fall ist – das zeigt, dass es durchaus möglich ist. Auch bei uns muss das funktionieren können“, sagte der Aufsichtsratsvorsitzende.
Früher habe sich der Mittelstand in der saarländischen Fußballszene engagiert. Das reiche heute aber nicht mehr aus. Ohne ein anständiges Stadion sei nicht an ordentlichen Fußball zu denken. Die Reihenfolge erst fußballerisch Erfolg zu haben und dann ein Stadion zu bekommen sei nicht mehr machbar. „Umgekehrt wird heute ein Schuh daraus“, erklärte Reinhard Klimmt. Fußballerischer Erfolg sei auch ein Erfolgsfaktor für die Region. Habe man diese Investitionen nicht, falle das Land auch im allgemeinen Ansehen zurück.
Entlastet wurden von den Mitgliedern das Präsidium und der Vorstand. Dabei gab es bei Präsidium und Vorstand keine Gegenstimmen, und fünf (Präsidium) und sechs (Vorstand) Enthaltungen. Der Aufsichtsrat wurde mit 36 Gegenstimmen und fünf Enthaltungen ebenfalls entlastet. Ehrenmitglied wurde bei 14 Enthaltungen der ehemalige Leiter der Tischtennis-Abteilung Anton Schröder.
